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Im Windpark Kirchberg stellen 50 Profis die ersten Anlagen auf

An der Autobahn 6 bei Kirchberg wachsen stählerne Riesen in den Himmel: Der Aufbau von insgesamt acht Windrädern der 200-Meter-Klasse hat begonnen. Rund 50 Spezialisten arbeiten an dem Projekt.

“Wir liegen mit den Arbeiten voll im Zeitplan”, sagt Georg Persigehl. Zusammen mit seinem Kollegen Uwe Geisink zeichnet er für die Bauleitung des 43,6-Millionen-Euro-Projektes der Firma Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG verantwortlich.

Die Schwertransporte mit den jeweils 376 Tonnen schweren Turmsegmenten und den 63 Meter langen Rotorblättern steuern die verkehrsgünstig gelegene Baustelle direkt an der Autobahn nur zur Nachtzeit an.

Das schon vor Monaten bestellte Material für den Windrad-Typ V 126 des dänischen Herstellers Vestas hat am Zielort Kirchberg eine lange Reise hinter sich: Die Rotoren kommen auf dem Seeweg via Bremerhaven aus einer Fabrik in Spanien, die Turmteile werden aus Polen angeliefert und die Maschinenhäuser an der Spitze der Windräder stammen aus Dänemark.

Rund 50 Spezialisten aus ganz Europa setzen die Einzelteile der Windräder an Ort und Stelle zusammen: Ein Hauptkran mit einer Tragkraft von 750 Tonnen hievt die Segmente mit der Unterstützung von kleineren Hilfskränen in die Höhe. Monteure schrauben dann die jeweils fünf Teile eines Windrades zusammen. Bei günstigen Bedingungen ist das Riesen-Puzzle in erstaunlich kurzer Zeit erledigt: Für die erste Anlage brauchten die Profis nur einen Tag und eine Nacht.

Die Kraft des Windes soll auch recht schnell in Strom verwandelt werden: Das erste Windrad geht voraussichtlich schon in zwei Wochen ans Netz. Der “Saft” wird über eine rund acht Kilometer lange Kabeltrasse in das neue Umspannwerk der ENBW in Obersteinach eingespeist. Bis spätestens Mitte Mai sollen alle acht Anlagen im Windpark Kirchberg stehen und dann pro Jahr rund 50 Millionen Kilowattstunden Strom liefern.

Die Windpark-Baustellen ziehen in den letzten Tagen auch verstärkt Zaungäste an, “Windkraft-Touristen” sollten aber unbedingt beherzigen, dass in einem Umkreis von 200 Meter rings um jede Anlage eine Tabu-Zone liegt, die aus Sicherheitsgründen auf keinen Fall betreten werden darf. Um dem Interesse entgegenzukommen, werden am Ostermontag Führungen angeboten (siehe Info).

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